Sonntag, 20. April 2008

Cyberchondrie und Hypochondrie

Inzwischen findet man dank Google und Co. ja so ziemlich alles an sinnvollen und sinnfreien informationen im Internet.
Kaum jemand, der seine Informationen für Schule, Beruf oder Hobby nicht aus dem Internet bezieht.
Und auch der Bereich Gesundheit bildet längst nicht mehr die Ausnahme.


Bietet das Durchsuchen von Gesundheitsportalen und Foren doch die Möglichkeit, bequem, kostenfrei und vor allem anonym ohne Hemmschwelle das für einen maßgeschneiderte Krankheitsbild zu finden.
Doch mögen die gefundenen Informationen noch so aussagekräftig und passend erscheinen, ersetzen sie eben in den meisten Fällen nicht den persönlichen Gang zum Spezialisten.
Schnell ist eine falsche Selbstdiagnose gestellt, die den Betreffenden unnötigerweise in Angst und Schrecken versetzt oder aber eine tatsächliche schwerwiegende Erkrankung verharmlost und ihre notwendige Behandlung verzögert.

Wie üblich gibt es für die verzweifelte Suche nach passenden Krankheitsbildern im Internet auch schon den passenden Fachbegriff. Parallel zur Hypochondrie jetzt die Cyberchondrie.
Hier ein interessanter Artikel der Heute Redaktion zum Thema.


Kommentare:

whispering hat gesagt…

Vor allem sollte man auch nicht vergessen, dass die beschriebenen Symptome schließlich nicht bei jedem auftreten. Sicherlich variiert auch die Schwere der Symptome. Dazu kommt noch, dass gerade in Foren jeder andere Weisheiten parat hat und irgendwie niemand was genaues weiß. Daher kann nie eine sinnvolle Selbstdiagnose von Laien gestellt werden kann.

Aber schon witzig, dass man für das Verhalten sofort einen Krankheitsnamen auf Lager hat.

Dietmar hat gesagt…

Es gibt wahrscheinlich Heutzutage auch zu viele Spezialisten, die ihre Existenzberechtigung über Diagnosen finden müssen. Für alles und Jeden wird versucht, Krankheitsbilder zu finden oder notfalls zu "erfinden" Der Druck in unserer Gesellschaft, alle Krankheiten wissenschaftlich erklären und katalogisieren zu können, ist abnorm groß geworden. Zumal ja auch zur Abrechnung mit den Krankenkassen eine Diagnose notwendig ist.
"Der spinnt momentan ein bisschen, das kriegen wir aber in den Griff" reicht da nicht mehr.

Jan huber hat gesagt…

Ich würde auch einen Therapeuten vorschlagen - In diversen Foren treiben sich ja sowieso nur schräge Typen und Klugscheisser rum . Gerade bei diesem Thema sollte man sehr sensibel und behutsam vorgehen !

Dietmar hat gesagt…

Absolut richtig. Zwar können Foren Unterstützung bieten, sich Betroffene untereinander austauschen und vielleicht auch der eine oder andere gute Tipp gefunden werden. Sich aber auf Verdacht im Internet auf die Suche nach einer Diagnose zu machen, weil man das Gefühl hat "irgendetwas stimmt nicht mit einem" halte ich für wenig empfehlenswert.

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