Donnerstag, 8. Dezember 2011

Lautes Fluchen nimmt den Schmerz

Eigentlich braucht man dazu ja keine Studie. Gewusst haben wir es ja schon immer. Gegen den Schmerz, wenn wir nicht den Nagel sondern mal wieder den Daumen getroffen haben, hilft am besten lautes Fluchen. Genau so wie beim Lesen des neusten Bittschreibens vom Finanzamt lautes Schreien kurzfristig Erleichterung verschafft.
Doch nun gibt es diese Erkenntnis auch schwarz auf Weiß:


Mit dem Hammer auf den Daumen und ein lautes "Mist!" auf den Lippen – Fluchen kann tatsächlich Schmerzen lindern. Allerdings nutzt sich dieser Effekt ab, je häufiger man im täglichen Leben wettert. Das haben Froscher der Keele University in Staffordshire in Großbritannien herausgefunden.

Bereits in vorangegangenen Untersuchungen konnten die Wissenschaftler den schmerzstillenden Effekt des Fluchens beweisen. Dabei baten sie 64 gesunde Testpersonen, ihre Hand so lange wie möglich in Eiswasser zu tauchen. Dabei konnten sie ein Fluchwort ihrer Wahl, so oft sie wollten, wiederholen. In einem zweiten Durchgang benutzten sie statt des Fluchs ein wertfreies Wort. Das Ergebnis: Die Testpersonen hielten dem Schmerz des Eiswassers um bis zu 50 Prozent länger stand, wenn sie richtig loswettern durften.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Fluchen unser natürliches Verhalten in Stresssituationen imitiert. In der Vorzeit blieben im Stress zwei Handlungsalternativen: Flüchten oder Kämpfen. Moderne Menschen tun beides nicht mehr, sondern versuchen, den Stress auszuhalten. Die Experten der Keele University stellte bei den Testpersonen eine Beschleunigung des Herzschlages während des Fluchens fest. Dies sei für sie ein Hinweis darauf, dass durch das Fluchen Aggressionen aufgebaut würden, die in der Vorzeit zu Kampfhandlungen in Stresssituationen beigetragen hätten. Stress und damit auch die Schmerzen können so besser ausgehalten werden.

Wer allerdings zu häufig flucht, bei dem nutzt sich dieser Effekt ab. Das zeigen die neuen Experimente der Forschergruppe: Bei den Testpersonen, die auch im Alltag häufig fluchen, war der schmerzstillende Effekt deutlich geringer ausgeprägt als bei Versuchspersonen, die damit normalerweise zurückhalten.

Quelle Aponet.de

1 Kommentar:

Lena Meng hat gesagt…

Ich persönlich finde das sind sehr spannende Erkenntnisse aus der Wissenschaft.

Auch wenn eine gewisse Ausbildung in diesem Gebiet mit Sicherheit hilft, war mir persönlich aber schon lange klar, das Fluchen hilft. Man merkt dann immer das "gute Gefühl" wenn der Schmerz nachlässt ;-)

Wenn ich mir das aber so durchlese, sollte ich mich im Alltag in Sachen Fluchen wohl doch eher zurück nehmen, ansonsten komme ich in einer extrem Schmerzvollen Situation schnell an meine Grenzen...

LG
L. Meng

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